Gescheiterte Timmy-Rettung sorgt weltweit für Spott: „Deutschland hat den Verstand verloren“

Liebe Leserinnen und Leser,
Timmy, der inzwischen tote Wal sorgt, nach wie vor für Schlagzeilen in den deutschen Medien. Ich hatte bereits darüber hier und hier geschrieben.
Das Drama um den toten Buckelwal Timmy geht weiter: Sein Kadaver soll am Wochenende auf den Strand der dänischen Insel Anholt gezogen und dort obduziert werden. Die dänische Umweltbehörde rief Anwohner und Badegäste auf, sich von dem Tier fernzuhalten, da das Risiko einer Krankheitsübertragung hoch sei.
Explosions- und Verletzungsgefahr
Einige Gazetten warnen sogar vor einer Explosions- und Verletzungsgefahr bei „herumfliegenden Fleischbrocken“.
Der Versuch, Timmy zu retten, sorgte bei vielen Medien weltweit für Spott und Verwunderung. Haben die Deutschen hysterisch reagiert? War es Mitgefühl, übertriebene Tierliebe? Meine Meinung dazu ist, dass es eine wunderbare Ablenkungsgeschichte von den katastrophalen politischen Entscheidungen der EU und Deutschlands war.
Hier einige Stimmen internationaler Medien, über die Nius zuerst berichtet hat:
Japan, das 2026 rund 400 Wale jagen will, zeigte sich überrascht, dass Deutschland trotz seines Rufs als Land der Regeln keinen Plan für einen gestrandeten Buckelwal hatte. Laut Postposmo Japan sei die Rettung ein Beispiel deutscher Ingenieurskunst, zugleich sei der Fall Timmy zu einem gesellschaftlichen Phänomen geworden.
Gnadenlos urteilte der britische Telegraph: Deutschland habe wegen eines gestrandeten Wals „den Verstand – und die Seele“ verloren. Aus einer Tier-Notlage sei ein „nationaler Erregungsfall“ geworden. Auch US-Medien sahen in Timmy längst mehr als nur einen erschöpften Wal. Die New York Times schrieb: „Zwei Sehnsüchte des modernen westlichen Lebens sind die nach Gemeinschaft und die nach Verschwörung. In den mehr als zwei Monaten, nachdem er erstmals in die Ostsee geraten war, befriedigte Timmy beide.“
Der schwedische Sender TV4 zog ein bitteres Fazit: „Der Wal einte zunächst Deutschland. Dann legte er tiefe Risse offen. Und schließlich lag die Vorliebe des Landes für Populismus für alle sichtbar da.“ Die schwedische Zeitung Sydsvenskan kommentierte: „Vergesst die Straße von Hormus – jetzt zählt die Bucht von Wismar.“ Der erschöpfte Wal sei zum Symbol für alles geworden, was in Deutschland schieflaufe. Die niederländische Zeitung NRC nannte die millionenteuren Rettungsversuche „ein Musterbeispiel für Dekadenz“.
Das härteste Urteil kommt aus Dänemark
Am härtesten urteilte der dänische Meeresbiologe Peter Teglberg Madsen im Spiegel: „Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Menschen auf dem Sterbebett, der sich schon von seinen Verwandten verabschiedet hat, packen, in eine Schubkarre schmeißen, zwei Tage durch die Gegend fahren, im Wald abladen und jubelnd rufen: Du bist frei. Dafür würde man vermutlich ins Gefängnis kommen.“
Deutschland war einmal das Land der Dichter und Denker. Heute haben eher die Deppen die Oberhand.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann