Das Rentensystem in Spanien: Spanien unter den wenigen EU-Ländern, in denen die Renten die Lebenshaltungskosten decken

Viva España
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie regelmäßig in meinem Blog lesen, ist Ihnen sicher aufgefallen. dass ich seit 2018 in Spanien lebe und dort auch meinen Verlag die letzten Jahre angemeldet hatte. Selbstverständlich habe ich mich auch steuerlich und sozialversicherungsmäßig sofort in Spanien angemeldet. Das hat zur Folge, dass ich nun neben meiner deutschen Altersrente auch eine kleine spanische Rente erhalte. Aus reinem Interesse habe ich deswegen recherchiert, wie das spanische Rentensystem aufgebaut ist. Und da fällt als erstes auf, dass die Spanier 80% des letzten Nettogehalts als Rente bekommen und das 14 Mal im Jahr. Im reichen Deutschland sind es nur 48 Prozent und nur 12-mal im Jahr. Als eines von vier europäischen Ländern gehört Spanien neben Polen, der Tschechischen Republik und Rumänien zu den Ländern, die 65-jährigen Rentnern, Renten bieten, die über den durchschnittlichen Kosten liegen.
Siehe dazu die folgende Grafik:
Kranken- und Rentenversicherung kosten in Spanien weniger als die Hälfte ggn. Deutschland
Wenn ich jetzt noch erzähle, dass ich für die Sozialversicherung (Krankenkasse und Rentenversicherung) in Spanien als Selbstständiger für mich und meine Frau nur etwas über 300 Euro im Monat zahlen musste und nun als Rentner kostenlos weiter krankenversichert bin, dann können sich all die Politiker, die sich jetzt in Deutschland mit einer nichts bringenden Mogelpackung Rentenreform herumschlagen, zutiefst schämen.
Neun europäische Länder weisen eine Rentenlücke von mindestens 30 % auf, darunter Deutschland, Luxemburg, Norwegen, Zypern, die Slowakei, Ungarn und Slowenien. Kroatien verzeichnet die größte Lücke: Dort übersteigen die Ausgaben die Renteneinkünfte der über 65-Jährigen um 40 %.
Ich wurde von einem Cousin gefragt, wie das wohl gegegerechnet wird. Nun das ist einfach:
- In Spanien sind grundsätzlich alle erwerbstätigen Personen, einschließlich der Selbstständigen und Beamten, gesetzlich verpflichtet, in das Sozialversicherungssystem einzuzahlen.
- Personen ohne legalen Aufenthalt haben keinen Anspruch auf reguläre Sozialleistungen. Sie können jedoch einen Aufenthaltstitel erhalten, wenn sie arbeiten und dann auch Steuern und Sozialversicherung zahlen, z.B. in der Landwirtschaft oder Gastronomie. Auf diese Weise hat Regierungschef Sanchez in diesem Jahr fast eine Million Migranten aus der Illegalität geholt, die jetzt in dringend benötigten Branchen arbeiten und Steuern und Sozialabgaben abführen. Bürgergeld fürs Nichtstun gibt es hier nicht!
- Es gibt hier keine freie Arztwahl. Man geht zuerst in ein „Centro de salud“ und wird dort von einem Hausarzt behandelt. Braucht man einen Facharzt, so kann der Hausarzt eine Überweisung in eine entsprechende Klinik veranlassen. Falls man nicht selbst ins Centro de salud gehen kann, kann man über die 112 einen Notarzt anrufen, der dann alles Weitere veranlasst. Einfach ohne Überweisung zum Facharzt, wie in Deutschland, geht hier nicht. In globalen Vergleichen (wie dem Health Care Quality Index) belegt Spanien regelmäßig einen Platz unter den Top 10 weltweit. Besonders die medizinische Fachkompetenz ist erstklassig.
Das, was Bas und Merz nun froh verkünden ist nichts anderes als eine weitere Beitragserhöhung.
Es wird mal wieder gelogen!
Und noch eine Ergänzung. Sollte ich vor meiner Frau sterben, bekommt sie eine spanische Witwenrente und bleibt kostenlos krankenversichert.
Viva España!
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann
