Die Erklärung von Sevilla zur Gewalt

Soeben wurde ich noch auf einen weiteren, sehr wichtigen Beitrag im Blog von Amir Mortasawi aufmerksam, den ich Ihnen nahelegen möchte.

Es geht um die Erklärung von Sevilla zur Gewalt

Verfasst von 20 Wissenschaftlern als Beitrag zum Internationalen Friedensjahr 1986 am 16.5.1986. Beschlossen von der 25. Generalkonferenz der UNESCO im November 1986 (Resolution 25C/Res.7.1). Gebilligt von über 100 nationalen und internationalen wissenschaftlichen Verbänden und Vereinigungen.

Sie finden den Text hinter diesem Link auf der Website des Arztes und Autors Amir Mortasawi, alias Afsane Bahar.

Präambel

Wir halten es für unsere Pflicht, uns aus der Sicht verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen mit den gefährlichsten und vernichtendsten Aktivitäten der Menschheit zu befassen: mit Krieg und Gewalt.

Wir wissen, dass die Wissenschaft ein Produkt des Menschen ist, sie deshalb weder endgültig noch allumfassend sein kann.

Wir danken der Stadt Sevilla sowie den Vertretern der Spanischen UNESCO-Kommission für die Unterstützung unseres Treffens. In Sevilla trafen sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die sich mit dem Thema Krieg und Gewalt beschäftigen.

Unsere wissenschaftlichen Befunde haben wir in der folgenden «Erklärung zur Gewalt» dargelegt.

In dieser wenden wir uns gegen den Missbrauch biologischer Forschungsergebnisse, die   – auch von einigen Vertretern unserer Fachbereiche   – zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt herangezogen wurden. Einige dieser Erkenntnisse, die wir als solche nicht bestreiten, haben das Aufkommen einer pessimistischen Grundstimmung in der Öffentlichkeit mit verursacht. Wir sind der Auffassung, dass die öffentliche und gut begründete Zurückweisung falscher Interpretationen von Forschungsergebnissen einen wirksamen Beitrag zum «Internationalen Jahr des Friedens» (1986) und zu künftigen Friedensbemühungen leisten kann.

Der Missbrauch wissenschaftlicher Theorien und Forschungsergebnisse zur Rechtfertigung von Krieg und Gewalt ist nichts Neues; er hat die gesamte Geschichte der modernen Wissenschaften begleitet. So wurden beispielsweise Krieg, Völkermord, Kolonialismus und die Unterdrückung von Schwächeren mit der Evolutionstheorie gerechtfertigt.

Wir stellen unsere Positionen in Form von 5 Aussagen dar, sind uns dabei aber bewusst, dass es vom Standpunkt unserer Fachbereiche aus noch zahlreiche weitere Fragen zu Krieg und Gewalt gibt.

Wir wollen uns auf 5 Kernaussagen, die wir für einen ersten wichtigen Schritt zur Erarbeitung einer umfassenden wissenschaftlichen Position halten, beschränken.

Den gesamten Text finden Sie hinter diesem Link.

Nehmen Sie sich bitte die Zeit — es lohnt sich!

Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann

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