Özdemir und Erdogan haben Gemeinsamkeiten

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Liebe Leserinnen und Leser, vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen: Cem Özdemir, der Baden-Württembergische Ministerpräsident und Recep Tayyip Erdoğan, der türkische Präsident haben Gemeinsamkeiten. Beide sind Muslime und beide wollen die Opposition verbieten. Beim Opposition verbieten ist Erdogan aber bereits weiter vorangekommen. Aber sein Glaubensbruder holt auf.
Pistorius und Özdemir plädieren für AfD-Verbotsverfahren
Cem Özdemir holt sich Verstärkung bei der SPD und dem kriegsgeilen Verteidigungsminister Pistorius. Sie starten gemeinsam eine Initiative, die auf ein Verbotsverfahren der ostdeutschen AfD-Landesverbände hinarbeitet. Man kann es in großen Lettern bei den verschiedenen Mainstream-Medien nachlesen. Warum gerade die ostdeutschen AfD-Landesverbände im Fokus der beiden Anti-Demokraten stehen, ist klar. Dort holen sie um die 40 und mehr Prozent der Wählerstimmen und es besteht die reale Gefahr, dass ein AfD-Politiker Ministerpräsident wird.
Auch Erdogan schaltet die Gegner aus, die ihm gefährlich werden können
Damit stellt sich Özdemir auf eine Stufe mit dem Landsmann seiner Vorfahren, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Auch er lässt keine Oppositionspartei zu, die ihm und seiner Macht ein Ende bereiten könnte. Die Parallelen sind auffällig. Dabei hat Özdemir eigentlich ganz andere Probleme, von denen er geschickt ablenkt, indem er den Fokus der Wähler auf die AfD lenkt.
In Baden-Württemberg brennt die Luft. Rezession seit drei Jahren

Bild: Von Rory Arnold – https://www.flickr.com/photos/ukgov/53488658156/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=144614026
In Baden-Württemberg, einst das „Vorzeigeländle“ in Deutschland ist, leger ausgedrückt, die Kacke am Dampfen. Das Bundesland hängt stark von der Autoindustrie ab. Die großen Namen wie Mercedes-Benz, Audi und Porsche sind nicht mehr das wert, was sie einst waren. Riesige Entlassungswellen bei den Werken und Pleiten ohne Ende bei den Zulieferern stehen in den Schlagzeilen. Und genau hier ist der große Unterschied zwischen Erdogan und Özdemir. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Türkei wächst im Jahr 2026 voraussichtlich um rund 3,4 Prozent. Das baden-württembergische Bruttoinlandsprodukt (BIP) – der Gesamtwert aller im Land produzierten Waren und Dienstleistungen – war im Jahr 2025 preisbereinigt 0,6 % niedriger als im Vorjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Südwesten fiel erneut schwächer aus als im Bundesdurchschnitt (Deutschland: +0,2 %). Baden-Württemberg verzeichnet damit das dritte Rezessionsjahr in Folge, wie das Statistische Landesamt nach den vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« (AK VGRdL) mitteilt.
Statt sich um sein Land zu kümmern, kümmert sich Özdemir lieber um das Verbot der Opposition
Und genau hier endet die Gemeinsamkeit mit Erdogan, der sein Land zum wirtschaftlichen Erfolg geführt hat. Die Türkei belegt mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,64 Billionen US-Dollar weltweit den 16. Platz. Zählt man nach Kaufkraftparität (KKS/PPP), liegt sie sogar auf dem 11. Platz
Die Baden-Württemberger haben bei den letzten Wahlen den schlimmsten aller Fehler gemacht
Einen grünen Ministerpräsidenten in einem Bundesland, das von der Autoindustrie abhängig ist, nach Kretschmann, zum zweiten Mal zu wählen ist nicht gerade klug. Die CDU hätte die Chance gehabt, den MP selbst zu stellen und die Grünen in die Opposition zu schicken. Nun müssen sie damit leben. Auch im kommenden Jahr wird Baden-Württemberg ein weiteres Rezessionsjahr erleben, denn die Entlassungs- und Pleitewelle hat erst begonnen.
Aber Herr Özdemir kümmert sich lieber um Oppositionsverbote. Da will er wohl seinem heimlichen Vorbild nacheifern. Allerdings wird er damit weder Erfolg haben noch sein Land aus der Rezession führen.
Es tut mir in der Seele weh, enn ich sehen muss, wie meine frühere Heimat vor die Hunde geht.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann