
Früher Wirt — heute Politiker
Wer nichts wird, wird Wirt hieß es früher. Heute werden die Nichtskönner Berufspolitiker
Früher hieß es mal: „Wer sonst nichts wird, wird Wirt!“ Nun, diese Zeiten sind vorbei. Das Kneipensterben ist bereits weit fortgeschritten. Die berühmte Eckkneipe, in der man nach Feierabend mal ein paar Bier trinken und eine Kleinigkeit essen konnte, gibt es fast nicht mehr. Heute muss man, will man ein erfolgreicher Gastronom werden, schon mehr bieten. Entweder ein Restaurant mit Sternequalität oder ein Bistro mit ausgefallenen Snacks oder eine Bar mit den erlesensten Cocktails dieser Welt. Familien mit Kindern sind keine guten Gäste mehr, die können sich die internationale Auswahl an Speisen und Getränken sowieso nicht mehr leisten.
Aber, was macht diese Spezies, die früher Wirt wurde, weil sie nichts gelernt hat, nun?
Es ist einfach: Diejenigen, die keine solide Ausbildung und/oder nur ein nach dem 15. Semester abgebrochenes Studium haben, gehen in die Politik. Das einzige, was sie brauchen, ist eine möglichst große Klappe und das Talent, viel zu reden ohne etwas zu sagen.
Wenn sie dumm geboren sind und nichts dazugelernt haben — ab zu den Grünen
Die geeignetsten Parteien für eine politische Karriere sind die Linke, die Grünen und die SPD. Die wurden geradezu zu Sammelbecken für diese Sorte von Menschen. Die CDU gibt sich aber inzwischen auch alle Mühe, diese Low-Performer anzuwerben. Man verdient saumäßig gut, bekommt eine sagenhafte Altersvorsorge und trägt keinerlei Verantwortung. Das einzige, was man tun muss, ist in den einzelnen Gremien, egal ob Stadtrat, Landes- oder Bundesparlament, richtig abzustimmen, also so, wie die Parteiführung das vorgibt. Wehe, man weicht ab, dann wird man sofort kaltgestellt und nie mehr für irgendein interessantes Parteiamt aufgestellt.
Oder werden Sie doch Referent
Natürlich können nicht alle Parlamentarier werden, das ist auch nicht notwendig. Die ganz Cleveren hängen sich an einen Politiker, der sich anschickt, Karriere zu machen und wird er erst einmal Minister, so kann man sicher sein, dass er seinen treuen Anhängern gut bezahlte Posten verschafft. Die Fantasie setzt dem Postenerschaffen keine Grenzen. Die „Amigos“ halten zusammen.
In unserem Grundgesetz, Artikel 38, steht, dass der Abgeordnete nur seinem Gewissen verpflichtet ist. Na ja, die Väter unseres Grundgesetzes wussten eben einfach noch nichts von Fraktionszwang.
Die wirkliche Demokratie gibt es eben nur noch in den Sonntagsreden der eben erwähnten Berufspolitiker.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann