Der Fels in der Brandung

Ein Felsen mit einem Leuchtturm verschafft Orientierung

Jeder Mensch, gleich welchen Standes, braucht in seinem Leben unumstößliche Wahrheiten, an denen er sich festhalten und orientieren kann. Fehlt dieser Fels, ist der Mensch orientierungslos und den heftigen Stürmen des Lebens hilflos ausgeliefert. Solche festen Orientierungspunkte wurden bis ans Ende des 20. Jahrhunderts von verschiedenen Institutionen geliefert. Das waren Kirchen, Parteien, Gewerkschaften oder auch Wissenschaftler und charismatische Politiker. Für gläubige Menschen waren es die Kirchen, allen voran die römisch-katholische Kirche, die mit ihrem Katechismus den Gläubigen feste Regeln vorgab, nach denen sie leben und arbeiten konnten.

Für Menschen, die den Kirchen fernstanden, gab es die Gewerkschaften, die sich vor allem für die ausgleichende Gerechtigkeit zwischen Arbeitern und Unternehmern stark machten. Es gab Parteien, die die jeweilige Klientel in der Gesetzgebung vertraten. Das waren vor allem drei Parteien, die CDU/CSU, die SPD und die FDP, wobei letztere oft das „Zünglein an der Waage“ war und mal mit der CDU, mal mit der SPD koalierte. Die CDU/CSU war die Partei der konservativ denkenden Menschen, die SPD stand eher links, aber blieb trotzdem immer pragmatisch beim Machbaren und auf dem Boden der Realitäten. Die FDP, das waren die Liberalen, die für den notwendigen Ausgleich sorgten.

Es gab noch viele andere Leuchttürme, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen möchte. Alle gemeinsam hatten klare, feste, oft sogar unumstößliche Programme und Ziele.

Aber, was ist von all dem geblieben? Die Kirchen, auch die römisch/katholische, biedern sich heute dem Zeitgeist an und geben nach und nach, ganz besonders in Deutschland, alles auf, was sie einst stark gemacht hat. Um sich an den Zeitgeist anzubiedern, werden jetzt auch Grundsätze aufgegeben, die bisher als unumstößlich galten. Die evangelische Kirche ist zu einem linken Sammelbecken verkommen, das keinen Glauben mehr vermittelt, sondern sich heftig in das politische Tagesgeschäft einmischt und jeden vernünftigen, aber konservativen, Vorschlag sofort lautstark ablehnt.

Die Parteien unterscheiden sich heute kaum noch. Es spielt keine Rolle, welche Partei sie wählen, es ist alles ein links/grüner Einheitsbrei, bei dem Unterschiede nur noch in Nuancen zu erkennen sind. Einig sind sie sich darin, dass man alle, die diesen widerlichen Einheitsbrei ablehnen, sofort mundtot machen muss. Das Denunziantentum feiert fröhliche Urständ. Wer nicht ins Raster passt, wird als NAZI, Verschwörungstheoretiker oder ganz einfach als Spinner diffamiert. Das erinnert an dunkle Zeiten in unserer Geschichte. Angefangen von der Inquisition, bis hin zum dritten Reich und der DDR.

Ein ganz wichtiger Fels in der Brandung ist die absolute Meinungsfreiheit. Jedoch sieht die Realität ganz anders aus.

Seit vielen Jahren fallen die Umfrageergebnisse zur Lage der Meinungsfreiheit in Deutschland immer erschreckender aus. Mit der neuesten Meinungserhebung des INSA-Institutes erreicht diese für Demokratie und Rechtsstaat erschütternde Entwicklung einen neuen Höhepunkt: Eine deutliche Mehrheit von 78 % ist überzeugt, dass Personen aus Angst vor Konsequenzen ihre Meinungen nicht frei sagen. INSA-Chef Hermann Binkert kommentiert:

Mich persönlich hat das Ergebnis unserer Umfrage erschreckt, bei der fast vier von fünf Befragten (78 Prozent) sagen, dass sie glauben, die Menschen äußerten ihre Meinungen nicht, weil sie Angst vor Konsequenzen hätten.

Unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrem Alter, der politischen Präferenz, der Religionszugehörigkeit oder des Bundeslandes glaubt jeweils eine deutliche Mehrheit, dass Personen aus Angst vor Konsequenzen ihre Meinungen nicht frei sagen. Eine kleine, links/grüne Minderheit hat es geschafft, sich in Politik, Verwaltung und auch bei den Gerichten, festzusetzen und eine Meinungsdiktatur zu errichten.

Und der Fels in der Brandung, der Leuchtturm, fehlt. Er ist zusammengebrochen und die Menschen wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist.

Bestes Beispiel dafür ist der Fall Bolz. Norbert Bolz, ein Redakteur der Welt, wurde morgens um 6.00 Uhr unsanft aus dem Schlaf gerissen, weil die Polizei mit einer Hausdurchsuchung beauftragt wurde. Was war passiert? Er hatte in einem eindeutig ironischen Beitrag die zwei Worte „Deutschland erwache“ gebraucht. Die staatliche Meldestelle „Hessen gegen Hetze“ entdeckte dieses „schlimme Vergehen“, meldete es der Berliner Staatsanwaltschaft und die veranlasste die Hausdurchsuchung.

Sind wir schon wieder soweit?

Elisa David schreibt dazu eine lesenswerte Kolumne in den Apollo News, die Sie hinter diesem Link nachlesen können: Denunzieren, das macht Spaß!

Übrigens, die öffentlich/rechtlichen Medien haben zu diesem geradezu unglaublichen Skandal natürlich wieder geschwiegen.

Wen wundert das?

Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann

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