Habeck und seine Kriegsfantasien in Grönland

Nein, diesmal geht es nicht um die Ukraine. Der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen fordert nun einen Bundeswehreinsatz in Grönland um „Trump abzuschrecken“. Er übersieht dabei allerdings, dass die USA längst einen großen Militärstützpunkt in Grönland betreiben, den sie nebenbei bemerkt, sofort und legal auch nach Belieben vergrößern können.
Konkret geht es Trittin zufolge darum, „den Preis hochzutreiben, dass das (die Einverleibung Grönlands durch die USA) nicht einfach handstreichartig über die Bühne geht“. Um eine schnelle Annexion Grönlands durch die USA zu verhindern, sei „auch eine militärische Komponente“ notwendig. Es müsse gegenüber den amerikanischen Ansprüchen „Gegendruck“ erzeugt werden. Dazu könnten die Europäer „mal anfangen, Militärmanöver in und um Grönland zu machen“. Es drohe derzeit eine Situation, in der „ein Nato-Staat einen anderen Nato-Staat“ angreife.
Angesichts der großen Präsenz der USA auf Grönland ist das wohl, wie man es von Habeck nicht anders kennt, wenig klug. Außerdem glaube ich kaum, dass die Bundeswehr ein Mandat für kriegerische Drohgebärden gegenüber den USA hat.
Der Pituffik Space Base, früher bekannt als Thule Air Base, ist der wichtigste Militärstützpunkt der USA in Grönland und spielt eine entscheidende Rolle in der Überwachung und Verteidigung. Er befindet sich im Nordwesten Grönlands, auf der Hayes-Halbinsel. Der Stützpunkt wurde 1951 erbaut und diente ursprünglich dem Strategic Air Command der USA während des Kalten Krieges. Er wurde am 1. März 1951 in Betrieb genommen und ist eine 658 km² große, gemeindefreie Enklave. Nun ja, man kennt Herrn Habeck ja. Er hat keine Ahnung, davon aber jede Menge.
Grönland ist keine Kolonie Dänemarks. Auch das ist ein riesiger Irrtum. Grönland hat seit 2009 das Recht, sich durch ein Referendum für unabhängig zu erklären. Dieses Recht wurde durch ein Selbstregierungsabkommen verliehen, das 2009 nochmals ausgeweitet wurde. Die grönländische Regierungschefin Múte B. Egede hat in ihrer Neujahrsansprache die vollständige Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark als eine historische Notwendigkeit und als Beseitigung der Fesseln des Kolonialismus angedeutet. Trotz großer Bodenschätze wie Öl und Gas ist die Wirtschaft fragil und Grönland stark von Zuwendungen aus Kopenhagen und dem Fischfang abhängig. Die Entscheidung über die Unabhängigkeit liegt jedoch in Nuuk, und es gibt noch immer Meinungsverschiedenheiten darüber, wann und wie ein solcher Schritt vollzogen werden kann.
Vertreter der US-Regierung diskutieren aktuell neue Angebote zum Kauf der Insel von Dänemark oder die Bürger dort für eine Unabhängigkeit in Assoziation mit den USA zu gewinnen. US-Kaufangebote für Grönland gab es seit dem 19. Jahrhundert bereits mehrfach.
Es liegt also ganz eindeutig alleine bei den Grönländern, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Und ganz sicher brauchen sie dafür keine kriegshetzerischen Ratschläge von abgetakelten Grünen. Herr Habeck sollte sich lieber wieder seinen Kinderbüchern widmen.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann