Wenn Politiker mit Sprechblasen und einstudierten Phrasen durch die Lande reisen.

In einer Disziplin sind auch die unerfahrensten Hinterbänkler Weltmeister: Im Phrasendreschen. Es ist die „Expertensprache“, die nur so von unverständlichen Fachausdrücken wimmelt und die vor allem Politiker verwenden, die ahnungslos sind aber viel reden wollen oder müssen. Geht es Ihnen auch auf die Nerven, wenn ein Politiker einen Satz mit der Redewendung beginnt: „Ich würde meinen wollen…“? Da fragt man sich schon: „Was will dieser Kerl jetzt eigentlich? Hat er eine Meinung oder will er nur eine haben?“
Ich habe mal ein wenig recherchiert. Politiker verwenden diese unverständlichen und oft überlangen Sätze gerne, um die Zuhörer zu verwirren. Sie setzen darauf, dass jeder Satz möglichst unverfänglich und unverständlich ist, aber auf jeden Fall sehr „klug und intelligent“ klingt. Auch freche Lügen lassen sich so wunderbar verpacken. Dass Politiker gerne lügen wissen wir nicht erst, seit Herr Merz sich mit einem ganzen Sack voller verlogener Wahlversprechen die Kanzlerschaft gesichert hat.
In seiner großen Erzählung „Im Taxi“ zitiert der ägyptische Autor al-Chamissi einen Kairoer Taxifahrer: „Wir leben in einer einzigen Lüge und glauben daran. Die Regierung ist nur dazu da zu prüfen, ob wir die Lüge wirklich schlucken, finden Sie nicht auch?“
Friedrich Nietzsche sagte einmal:
Aber der Staat lügt in allen Zungen des Guten und Bösen; und was er auch redet, er lügt – und was er auch hat, gestohlen hat er’s. Ach, auch euch, ihr großen Seelen, raunt er seine düsteren Lügen!
Jean-Claude Juncker, der frühere Europa-Politiker sagte einst:
Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. –
Der frühere Bundespräsident Roman Herzog formulierte es so:
Zwar sollte niemand behaupten, dass unsere führenden Politiker die langfristigen Trends, ihre Chancen und ihre Gefahren nicht im Blick hätten […], aber im Vordergrund steht für sie zwangsläufig das Kurzfristige, das sich in den obligaten Neunzig-Sekunden-Statements unseres Fernsehens noch einigermaßen abhandeln lässt.
Grundsätzlich lässt sich sagen: Quelle
Wenn Politiker reden, sind Phrasen nicht weit. Sie versprechen nach einer unangenehmen Affäre „schonungslose Aufklärung“, wollen das Desaster nach einer Wahlniederlage „schonungslos aufarbeiten“. Sie wollen „die Zukunft gestalten“ und gehen nach langem Hin und Her schließlich doch ein „belastbares Bündnis“ mit der Konkurrenzpartei ein, um „substanzielle Ergebnisse“ für die „kleinen Leute“ zu erreichen. Sie wollen sich nach Niederlagen „ehrlich machen“ und die „Leitplanken ihres Handelns neu ausrichten“, weil es „an der Tatsache nichts zu beschönigen“ gibt – „das muss man einmal in aller Deutlichkeit sagen“ –, dass „die Dinge schnellstens versachlicht werden müssen“, „um Schaden vom Land abzuwenden“.
Ein Weltmeister dieser Schachtelsätze war einst der damalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Herbert Wehner. Der konnte eine 30-minütige Rede in einem einzigen Satz unterbringen. Dies tat er rhetorisch so gekonnt, dass man als Zuhörer trotzdem fasziniert war, jedoch am Ende wirklich nicht mehr wusste, was er eigentlich gesagt hat. Herr Wehner war ein glänzender Rhetoriker, der das Mittel der Schachtelsätze gezielt einsetzte um seine Zuhörer zu verwirren, jedoch ohne sie zu langweilen. Diese Technik muss man beherrschen, ansonsten führt sie dazu, dass ihre Zuhörer einschlafen. Es ist das Ziel jedes Politikers immer und überall zu reden, jedoch möglichst, ohne etwas zu sagen.
Besonders auffallend ist es, dass praktisch alle Politiker ihre Reden vom Blatt ablesen. Offensichtlich lassen sie sich diese Reden von einem Mitarbeiter schreiben, weil sie nicht in der Lage sind das Problem selbst und in freier Rede zu beschreiben. Vielleicht wissen sie auch gar nicht so recht, um was es eigentlich geht.
Der Beruf des Politikers ist in neuerer Zeit ohnehin gescheiterten Personen, ohne Schul- oder Berufsabschluss und ohne Erfahrung in der Arbeitswelt vorbehalten. Man hat es ganz besonders an den „Weisheiten“ gemerkt, die die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock von sich gegeben hat.
Das gehörte eigentlich in die Abteilung Humor, jedoch kann ich es nicht tun, schließlich hat diese Dame unser Land in aller Welt blamiert. Und da gehört schon mehr als ein wenig Humor dazu.
Ich zitiere in diesem Falle von der Internetseite achgut.com, wobei es natürlich auch Hunderte von anderen Quellen gibt.
Sie wusste, dass man für Autobatterien Kobolde braucht.
Die Südafrikaner lobte sie für ihren Speck der Hoffnung.
Sie kannte Länder, die Hunderttausende Kilometer entfernt liegen.
Dann wiederum sprach sie von einer 360 Grad Wende.
Die Menschenrechte wollte sie mit diesem Satz sanktionieren: Deswegen haben wir ein spezielles Menschenrechtssanktionsregime auf den Weg gebracht.
Nun ja, lassen wir es dabei und versuchen das nächste Mal bei den Wahlen nicht auf Parteien, sondern auf die Personen zu achten. Stellen wir uns die Frage:
Welche Schul- oder Berufsausbildung hat er/sie?
Hat er/sie schon einmal produktiv gearbeitet?
Falls er/sie studiert hat, wie viele Semester hat er/sie studiert oder hat er/sie auch nach dem 15. Semester noch keinen Abschluss?
Redet er/sie frei oder liest er/sie ab, was ein anderer geschrieben hat?
Versuchen wir wieder Qualität ins Parlament zu bringen!
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann