Trümmer der Ordnung, unendlich tiefe Augen und das Vermächtnis eines Anspruchs: Voigts absurdeste KI-Reden
Teile dieses Beitrags wurden den Apollo News entnommen

Bild: Wikipedia
Liebe Leserinnen und Leser,
Mario Voigt, der CDU-Ministerpräsident von Thüringen, dem Schummeleien bei seinem Doktortitel vorgeworfen werden, kann offensichtlich keine eigenen Gedanken fassen. Das erklärt dann wohl auch, warum ihm Plagiatsjäger bei seiner Doktorarbeit auf die Spur kamen. Nun kommt heraus, dass er auch bei seinen Reden nicht selbst formulierte, sondern dafür eine künstliche Intelligenz benutzen musste.
Seine Reden klingen manchmal bizarr
Tatsächlich weisen einige seiner Reden bizarre Sätze auf: Mal sinniert er über die geografische Nähe von Buchenwald und Weimar, mal sieht er sich im „Vermächtnis eines Anspruchs“.
Mario Voigt soll als Ministerpräsident in zahlreichen Reden KI-generierte Texte verwendet haben – das zeigt eine Recherche der Transparenzplattform „Frag den Staat“. Nicht alle Formulierungen sind notwendigerweise vom Computer erstellt. Welche Bestandteile aus menschlicher Feder stammen ist oft unklar. Dass in der Staatskanzlei regelmäßig mit KI-Tools gearbeitet wird, hat die Behörde bereits zugegeben, auch in Bezug auf einen Gastbeitrag von Voigt in der Welt (Apollo-News berichtete).
KI generierte Textbausteine statt eigenen Gedanken
Die Reden, die nun offenbar auch zu großen Teilen aus KI-generierten Textbausteinen bestehen, sind ausgerechnet zu besonders unpassenden Anlässen geschrieben worden: Mal sprach der CDU-Politiker Voigt beim Staatsakt zum Tod seines Vorgängers Bernhard Vogel, mal beim Gedenkakt des Landtags für die Opfer des Nationalsozialismus, mal bei einer Veranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald.
In diesen Reden finden sich zahlreiche Beispiele für groteske Formulierungen – beispielsweise als Voigt bei der Rede zum Tod von Vogel meinte: „Ich trete nicht nur in das Amt eines Vorgängers, sondern in das Vermächtnis eines Anspruchs.“ Über Vogels Aufwachsen in der NS-Diktatur meinte Voigt unterdessen: „Doch was ihn prägte, waren nicht nur die Trümmer der Städte. Es waren die Trümmer der Ordnung: ein Vaterland ohne Verlässlichkeit, ein politisches System ohne den Wert der Menschlichkeit.“
Viele Beweise können vorgelegt werden
Es gibt noch viele weitere Beispiele, die ich jetzt nicht alle hier aufführen möchte. Im oben verlinkten Artikel der Apollo-News finden Sie sie. Meine Frage ist eine ganz andere: Wie kann es sein, dass ein Mann, der ganz offensichtlich große Defizite hat, Ministerpräsident eines Bundeslandes werden? Ein Mann, dem man den Doktortitel aberkannt hat, weil er bei seiner Dissertation geschummelt hat. Ein Mann, der für seine Reden eine künstliche Intelligenz benutzt, weil er selbst nicht in der Lage ist, seine Gedanken zu formulieren.
Es zeigt uns wieder einmal, dass es die Menschen mit den allergrößten Defiziten sind, die in die Politik wechseln. Früher wurden sie Wirte oder Versicherungsvertreter. Heute werden sie Berufspolitiker.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann