Wegen „falscher Frage“ an EU-Kommission gekündigt – italienischer Journalist zieht vor Gericht

Liebe Leserinnen und Leser,
die Zensur- und Einschüchterungsbestrebungen der EU-Kommission gehen weiter. Der Vorgang, der in den Herbst 2025 zurückreicht, hat nun ein juristisches Nachspiel. Der italienische Journalist, der nach einer kritischen Frage an die Adresse der EU-Kommission seinen Arbeitsplatz verlor, zieht nun vor Gericht – und klagt gegen seine Entlassung. Nunziati arbeitete bis Oktober 2025 für die Nachrichtenagentur Agenzia Nova, die ihm nach einer kritischen Frage an die EU-Kommission gekündigt hatte. Wie verschiedene Zeitungen und Medien berichten, wird nun das Gerichtsverfahren eröffnet. Der Jobverlust des mutigen Redakteurs hatte im vergangenen Herbst international für Aufsehen gesorgt.
Eine Frage kostet den Job. Die neue Meinungs- und Pressefreiheit
Am 13. Oktober 2025 fragte Nunziati die Sprecherin Paula Pinho: „Sie haben wiederholt gesagt, dass Russland für den Wiederaufbau der Ukraine aufkommen sollte. Sind Sie der Meinung, dass Israel auch für den Wiederaufbau des Gazastreifens aufkommen sollte, da es einen Großteil des Gazastreifens und seiner zivilen Infrastruktur zerstört hat?“ Die – unbeantwort gebliebene – Frage, gestellt im Rahmen der Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit, hatte Konsequenzen für Nunziati.
Die Nachrichtenagentur Agenzia Nova erklärte gegenüber Fanpage.it, dass Nunziatis Frage „völlig unangebracht und technisch falsch“ gewesen sei und „der Agentur Peinlichkeit bereitet“ habe. Weiterhin wurde erklärt, dass „das Problem darin besteht, dass Russland […] ohne Provokation in die Ukraine, ein souveränes Land, eingefallen ist“, während „Israel einen bewaffneten Angriff erlitten hat“.
Die Realität wird geleugnet
Auf seinem Instagram-Account entgegnete Nunziati, seine Frage könne nur dann als voreingenommen angesehen werden, „wenn man die Realität leugnen muss“. Es sei eine Tatsache, „dass Israel Gaza fast vollständig dem Erdboden gleichgemacht hat“. Es sei eine Tatsache, „dass der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Benjamin Netanjahu und einige seiner Minister erlassen hat“. Dies zu leugnen wäre voreingenommen.
Aber warum hat die Agentur den Vertrag wirklich gekündigt? Sie hatte Angst vor der EU, die jede missliebige Meinung sofort mit Sanktionen belegt. Der mutige Journalist war letztlich nur ein Bauernopfer.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann