Die Zensurschlinge zieht sich zu: Nach Höcke-Interview – Landesanstalt für Medien geht gegen Podcaster Ben Berndt vor

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Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht wollen Sie es immer noch nicht wahrhaben — aber das wäre dann das Verschließen vor Wahrheiten, die man mit offenen Augen stets sehen kann. Vielleicht erinnern Sie sich an meinen Beitrag vom 04.05.2026, in dem der bekannte YouTuber @ben_ungeskriptet den AfD Politiker Björn Höcke ungeschnitten und ohne die üblichen Zwischenreden und Unterbrechungen interviewt hat. Sie finden den Beitrag und das Video hinter diesem Link.
Benjamin Berndt gerät ins Visier der Zensur
Nun gerät er ins Visier der Landesmedienanstalt NRW. Die Behörde fordert Änderungen an der Folge. Das ist so ungeheuerlich, dass es mir den Atem verschlägt. Das sind Zustände wie in der DDR oder in Diktaturen.
Die Landesmedienanstalt NRW geht nach dem „ungeskriptet“-Podcast mit Björn Höcke gegen Gastgeber Benjamin Berndt vor. Dem YouTuber gelang mit seinem Gespräch mit dem thüringischen AfD-Chef Ende April ein viraler Erfolg. Auf YouTube wurde die Folge inzwischen rund sechs Millionen Mal aufgerufen. Während viele Zuschauer gerade Berndts ruhige Gesprächsführung lobten, hagelte es vor allem von links Kritik. Das viereinhalbstündige Gespräch widmete sich ausführlich Höckes Biografie, seinem Werdegang als Lehrer, seinem Weg zur AfD und in die Politik sowie seinen politischen Überzeugungen und Zielen.
Die Zensur schlägt zu
Jetzt hat sich die Landesanstalt für Medien NRW eingeschaltet. Nach Informationen von t-online erhielt die ungeskriptet media GmbH in Köln am 15. Juni eine E-Mail der Abteilung Recht der Landesmedienanstalt. Darin setzt die Medienaufsicht Berndt eine Frist bis zum 30. Juni. Bis dahin soll er mitteilen, ob er den Höcke-Beitrag auf den verschiedenen Plattformen angepasst und um eine Erläuterung ergänzt hat.
Berndt machte den Vorgang nun in einem Instagram-Video öffentlich. „Wenn man dieses Schreiben aufmacht, dann prangt oben das Logo der Landesmedienanstalt NRW“, sagte er. In dem Schreiben heiße es: „Wir bitten Sie, Ihre gesamten Angebote auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfalt hin zu überprüfen.“
Die Landesmedienanstalt droht
Die Landesmedienanstalt moniert, dass Berndt diese Darstellung nicht nachträglich einordnet oder korrigiert. Berndts Firma, die ungeskriptet media GmbH, erhielt daraufhin ein Schreiben der Rechtsabteilung. Darin werde er aufgefordert, bis zum 30. Juni mitzuteilen, ob er die Höcke-Folge auf den verschiedenen Plattformen angepasst und um eine Erläuterung ergänzt haben wird. Berndt reagierte scharf. „Der Staat will mich zensieren. Da habt ihr euch den Falschen ausgesucht“, schrieb er dazu auf X. In dem Video las er aus dem Schreiben vor und spottete über den Slogan der Behörde. Die Landesanstalt wirbt absurderweise mit dem Satz: „Der Meinungsfreiheit verpflichtet.“
Die Medienanstalt weist den Zensurvorwurf zurück. Gegenüber t-online erklärte Justiziarin Laura Braam, es handele sich noch nicht um ein formales Verfahren, sondern um einen Hinweis als „mildestes Mittel“. Ein solcher Hinweis solle Anbieter auf mögliche Defizite aufmerksam machen und ihnen Gelegenheit geben, diese einzuordnen oder zu korrigieren, bevor es zu einem Verwaltungsverfahren komme.
Benjamin Berndt bleibt hart
Der Podcaster kündigte an, er wolle den Beitrag nicht nachträglich ändern. „Wenn ich mich unterwerfe, zensieren sich Tausende andere Podcaster potenziell selbst“, sagte er.
Man weiß in Deutschland offensichtlich nicht mehr, was man sagen darf und was nicht.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann