Gedanken zum Wochenende

Niemand kann erkennen, was sich hinter einem liebevollen Gesicht verbirgt

Es ist Samstagmittag, die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. Während Deutschland im Schneechaos versinkt und die Temperaturen im Minusbereich liegen, gibt es hier immerhin 15 Grad im Schatten und in der Sonne ist es so warm, dass ich draußen am Pool sitze und meinen Gedanken freien Lauf lasse. Ich denke gerade, wie einfach es doch früher war, Gut und Böse zu unterscheiden. Heute sind die Grenzen fließend und besonders in der Politik sitzen verdammt viele Wölfe im Schafspelz. Und wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass oft gerade die, die von unserer Einheitspresse so gelobt werden, die schlimmsten Gauner sind. Da erzählt uns doch die Presse, dass die Bösen alle in Russland sitzen und in der  Ukraine gäbe es nur arme, grundlos überfallene Gutmenschen. Aber ist das so? Ist Putin wirklich der „zweite Hitler“, wie ihn manche nennen?

Wer ein wenig genauer recherchiert, kann zu einem ganz anderen Ergebnis kommen.

Die russischen Soldaten zogen sich nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ aus Westeuropa zurück, beginnend aus den Gebieten der ehemaligen DDR, dann auch aus den Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts. Jeder vernünftige Mensch hätte erwartet, dass nun auch die Amerikaner in ihre Heimat zurückkehren. Aber genau das taten sie nicht. Im Gegenteil! Sie breiteten sich sofort nach Osten aus, die NATO nahm immer neue Mitgliedsstaaten auf und rüstete die Länder mit Waffen in ungeahnter Anzahl und mit Hunderten von Milliarden an Geldern für Rüstung und Waffen aus. Die CIA zettelte die sogenannte Maidan Revolution an und man rüstete die Ukraine mit immer mehr, auf Russland gerichtete, Waffen aus. Das ging so lange, bis Russland sich bedroht fühlte und einen Schlussstrich zog als man die Ukraine auch noch zum NATO-Mitglied machen wollte. Eine fürchterliche, aber im Kontext mit der NATO-Erweiterung verständliche, Reaktion der Russen folgte. Zunächst die Krim, dann die Ostgebiete der Ukraine wurden annektiert.

In Wirklichkeit sind die Grenzen zwischen Gut und Böse also fließend. Die alten Regeln gelten nicht mehr. Die Teufel verstecken sich heute hinter den Masken von Biedermännern und lügen oftmals so geschickt, dass man es kaum merken kann. Oft aber lügen Sie auch ganz schamlos und wenn man ihnen dann auf die Schliche kommt. sind sie auch bei den Ausreden so geschickt, dass man verwirrt zurückbleibt und nicht mehr weiß, was richtig und falsch ist.

Leider ist es inzwischen so, dass die falschen Menschen sich die Macht gesichert haben. Sie haben über Jahrzehnte hinweg darauf hingearbeitet, dass sie heute in Spitzenpositionen sitzen und sie konnten Gefolgsleute um sich scharen, die wegen einiger Privilegien bereit sind, ihre Integrität und ihre Moral über Bord zu werfen. Früher nannte man sie Blockwarte, in der DDR dann informelle Mitarbeiter und heute sind es die sogenannten „Gutmenschen“ und „Sprachpolizisten“, die sich in NGOs zusammengeschlossen haben und ihren Lebenssinn im Denunzieren von kritischen Bürgern gefunden haben.

Wer sich kritisch gegenüber den Herrschenden zeigt, der bekommt dann schon mal auf Grund einer Anzeige von den Denunzianten, morgens um sechs Besuch von der Polizei, die mit einem Durchsuchungsbeschluss herumwedelt und ihre PCs und Smartphones beschlagnahmt. Das Ganze wird dann auch so auffällig gemacht, dass es ja von der ganzen Nachbarschaft wahrgenommen wird. Die Klugscheißer unter den „lieben“ Nachbarn haben es natürlich schon immer gewusst, dass mit „dem da“ irgendetwas nicht stimmt.

So ist es im Kleinen und im Großen. Die Formel, dass der Westen gut und der Osten böse ist, stimmt nicht mehr. Heute sind mehr oder weniger alle böse, knechten aber das zumindest in großen Teilen, gute Volk, die brav arbeiten, Steuern zahlen und möglichst das „Maul halten“.

Ist das die Welt, in der wir „gut und gerne“ leben wollen?

Inzwischen entscheiden ohnehin nicht mehr die gewählten Abgeordneten nach ihrem Gewissen. Sie unterliegen dem Fraktionszwang und wehe eine oder einer schert aus. Der wird sofort zur „Persona non grata“, verliert alle seine Privilegien und wird nie mehr für irgendein Amt aufgestellt.

Hier in Spanien ist es besser. Die Menschen sind entspannter, man grenzt keine Opposition aus, sondern bindet sie in die politische Arbeit ein. Ich werde also meine letzten Jahre hier verbringen und hoffe, dass bei den Menschen die Einsicht einkehrt, dass das Leben als Sklave auch immer ein Sklavenleben bleibt. Das gilt auch dann, wenn die Sklaven im Parlament sitzen und ein paar Privilegien bekommen. Sie sind und bleiben Stimmvieh, wenn sie sich nicht endlich ihrer Verantwortung stellen und für diejenigen arbeiten, die sie gewählt haben.

Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.