Welche Ausbildung braucht ein
Spitzenpolitiker?

Ein Gedanke, der mich schon seit langer Zeit beschäftigt, ist die Frage: Was muss ein Politiker eigentlich lernen und wissen, damit er seinen Job zum Wohle des Volkes ausführen kann?
Diese Frage lässt sich mit einem klitzekleinen Wort beantworten: Nichts! Oder besser noch: Absolut nichts!
Besonders, seit die Grünen mehr und mehr in den Parlamenten in Kommunen, Ländern und im Bund stark geworden sind, stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass nahezu alle Spitzenpolitiker dieser Partei kein abgeschlossenes Studium und/oder keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Aber auch bei der SPD und den Linken ist es kaum besser. Es greift mehr und mehr die Formel: Kreißsaal — Hörsaal — Plenarsaal, wobei der Hörsaal meist nur eine untergeordnete Rolle spielt, denn das Studium wird nur in den seltensten Fällen auch wirklich abgeschlossen.
Der Autor David P, Eiser hat es in seinem Blog so beschrieben:
Meine Erwartung an die zu wählende Volksvertreter ist daher, nachzuweisen, dass ihre Tätigkeiten – von Parlament und Regierung festgelegten – Normen entsprechen und dass sie regelmäßig in Form von Audits, Personalgesprächen und Supervision kontrolliert, begleitet und geführt werden. Ich erwarte den Qualifikationsnachweis, dass sie über die Fähigkeiten verfügen, die zur Bewältigung ihrer Aufgaben erforderlich sind.
Bis zum heutigen Tag entscheiden hier Zufall, Neigung und politisches taktieren anstatt Auftragsgebundenheit und Disziplin.
Zu viel verlangt? Ich glaube nicht. Unsere Parlamentarier sind inzwischen zum reinen Stimmvieh verkommen, das ohne jedes eigene Wissen und ohne jede eigene Idee einfach die Dinge absegnet, die von „oben“ vorgegeben werden. Und dafür werden sie fürstlich bezahlt und bekommen bereits nach wenigen Jahren „Absitzen im Bundestag“ eine stattliche Altersversorgung. Und wehe, es regt sich doch einmal Widerstand, wie kürzlich im Europa-Parlament! Dann werden die armen Würstchen, die da womöglich mit eigenen Vorschlägen ankommen, gnadenlos ausgegrenzt und nie mehr für ein Mandat oder ein Parteiamt aufgestellt. Das Gewissen hat sich dem Fraktionszwang unterzuordnen.
Und hier spielt eben die fehlende Berufsausbildung die entscheidende Rolle. Denn was soll nun so ein ausgegrenzter Nichtswisser ohne Beruf im Leben anfangen? Alle Privilegien weg, keine üppige Bezahlung mehr! Nein, da bleibt man dann doch lieber in der Ja-Sager Fraktion und stimmt brav ab, wie es verlangt wird.
Welch ein Jammer! Es bleibt die Frage: Wer stellt Deutschland wieder vom Kopf auf die Füße?
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann