Statt Jesus und Bibel — Katholikentag setzt auf Gender, Klimaschutz und „Demokratiekirche“
*siehe Fußnote

Liebe Leserinnen und Leser,
der diesjährige Katholikentag in Würzburg setzt auf Themen wie „Demokratiekirche“, Klimaschutz sowie postkoloniale und „queere“ Perspektiven auf die Bibel. Das Motto lautet „Hab Mut“. Doch den Mut, sich dem Zeitgeist entgegenzustellen, hat man scheinbar nicht.
Jesus spielt keine Rolle mehr
Es ist der endgültige Todesstoß, den man der römisch/katholischen Kirche in Deutschland versetzt. Das Programm des Katholikentags zeigt eine größtenteils entkernte Kirche, die ihrem biblischen Auftrag, Jesus als den Gekreuzigten und Auferstandenen zu predigen, hintenanstellt, um dem Zeitgeist hinterherzurennen. Anstatt über das Gendern zu diskutieren, könnte die Kirche auch die Schönheit der biblischen Ehe und Familie betonen, Eltern Tipps geben, wie Kinder in ihrer Identität als Junge oder Mädchen bestärkt werden können, und sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder einsetzen. Das Motto des Katholikentags lautet „Hab Mut“; doch den Mut, sich dem Zeitgeist entgegenzustellen, sucht man vergeblich. Dafür findet man alles, was die Fundamente des Glaubens erschüttert zuhauf.
Klimaschutz, Gender und Kampf gegen Rechts braucht keinen Gott
Anstatt auf Jesus Christus und die Bibel setzt der diesjährige Katholikentag auf Klimaschutz, Gender und den „Kampf gegen rechts“. Auf der Veranstaltung in Würzburg, die von Mittwoch bis Sonntag stattfinden wird, gibt es über 900 Veranstaltungen, und es werden 30.000 Teilnehmer erwartet. Doch das umfangreiche Programm fällt durch eine eindeutige Themenauswahl auf. So wird eine Marienkapelle zur „Demokratiekirche“ umgewidmet, zu einem „interaktiven Erlebnisraum, einem Labor für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen:
Der Katholikentag findet unter dem Motto „Hab Mut“ statt. „Die Klimakrise macht uns zu schaffen. Und unsere Jahrzehnte sicher geglaubte Demokratie wird von Feinden im Inneren und Äußeren bedroht“, heißt es bereits im Vorwort des über 300 Seiten langen Programms. Bei den Veranstaltungen geht es weiter: „Wahrheit und Unwahrheit im Netz. Wie umgehen mit Fake News?“, heißt eine Podiumsdiskussion. Eine andere: „Gespaltene Gesellschaft, geeinte Haltung. Als Christ:innen stabil bleiben in polarisierten Zeiten.“
Die vermeintliche Gefahr von rechts
Die Diskussion über eine vermeintliche rechte Gefahr darf natürlich nicht fehlen: „Glaube, Heimat, Identität? Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen.“ Es wird auch ein „Planspiel zu Rechtsextremismus“ angeboten. Das Vaterunser, das Gebet, das direkt von Jesus gelehrt wurde, wird unter postkolonialer Perspektive besprochen. Am Samstag wird ein Queer-Gottesdienst stattfinden. Für die Besucher wird am Donnerstag eine Werkstatt unter dem Thema „Bibel queer gelesen. Wieso G*tt Fan von Vielfalt“ stattfinden. Außerdem gibt es eine zweite Werkstatt unter dem Titel „Die Bibel als Empowermentbuch für queere Menschen“.
Gendergerechte Sprache in der Bibel?
„Gendersensible Sprache im Zweiten Testament. Über Gott sprechen jenseits traditioneller Rollenbilder“, heißt eine weitere Veranstaltung. Ebenso sollen „queere Spuren in der Bibel“ gesucht und mit „spielerischen Methoden“ wie einem Krimidinner entdeckt werden. Selbst beim Thema Kinderprogramm kommt der Bezug zum Gendern vor. Es gibt einen Gesprächskreis von Eltern mit Kindern, die in „Regenbogenfamilien“ leben – also Menschen, die nicht in der von der katholischen Kirche anerkannten heiligen Ehe von Mann und Frau leben, sondern zum Beispiel in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.
Wer sich nun fragt, wo Jesus und sein Opfertod am Kreuz vorkommen, ebenso die Themen Heiligung, Sünde, Vergebung oder Buße, die Hoffnung auf ewiges Leben … der kann lange suchen. Der Name „Jesus“ kommt – abgesehen vom zitierten Bibeltext, unter dem der Katholikentag steht – nur einmal im Veranstaltungsprogramm vor, bei einem Konzert mit internationalen Kirchenliedern.
Auch die katholische Kirche hat sich, wie die evangelische Konkurrenz, von den Wurzeln des Glaubens weit entfernt.
Wer braucht diesen queeren Diskussionsclub noch?
*Teile dieses Textes wurden von den Apollo-News und der Redakteurin Marie Rahenbrock übernommen.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann