Mal wieder der Spiegel

Mal wieder der Spiegel: Das schlechteste Magazin Deutschlands

Das Titelblatt des Spiegels macht Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“.

Liebe Leserinnen und Leser,

der Spiegel war einmal in den 1970er und 1980er Jahren meine Informationsquelle Nummer eins. Lange ist es her. In den 2000er Jahren fing es an abwärtszugehen mit dem Blatt und von Jahr zu Jahr wurde der Abstieg steiler. Ich habe darüber bereits einmal einen Artikel geschrieben. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der absolute Tiefpunkt erreicht ist, aber ich habe mich wohl doch getäuscht. Die Spiegel-Redaktion hat es tatsächlich geschafft noch tiefer zu sinken in den Schlamm des AfD-Bashings. Sie macht nun also Ulrich Siegmund, den Chef der Sachsen-Anhalt AfD zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Ein richtig aufreißerischer Titel, der nach Auflagensteigerung schreit. Aber das war es dann auch schon. Eine echte Begründung liefert der Artikel nämlich nicht. Es ist das übliche blah .. blah .., das sich die regierungstreuen Medien so angeeignet haben.

Der Schuss ging wohl nach hinten los

Die aktuelle Ausgabe des „Spiegel“ ist wohl nach hinten losgegangen: Vor allem die AfD freut sich über die Auszeichnung von Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, als gefährlichsten Mann Deutschlands. Das sei Wahlkampfhilfe, urteilt Siegmund selbst.

Die AfD teilte am Freitag Fotos, auf denen Siegmund das Cover signiert. Diese Exemplare seien bereits vergriffen, heißt es dazu. Die Kritik an der Art der Berichterstattung und des Umgangs mit der AfD fällt von linken bis hin zu bürgerlichen Journalisten und Publizisten inzwischen deutlich aus. Auch aus der Politik schlägt dem Nachrichtenmagazin jetzt Widerspruch entgegen. Und die Leser? Die bewerten den Spiegel inzwischen beim Trust-Pilot mit 1,4 von 5 möglichen Sternen (Stand 15.08.2026).

Ja, selbst die Linke wird da deutlich

Der Bundestagsabgeordnete und Ex-Fraktionschef Dietmar Bartsch hält es für einen „Skandal“, dass der „Spiegel“ Siegmund auf dem Cover der aktuellen Ausgabe zeigt. „Letztlich ist das Wahlkampfhilfe für die AfD“, sagte er im WELT-Nachrichtensender.

„Ich verstehe auch nicht, wie man in Hamburg, weit weg von Sachsen-Anhalt, ahnungslos was Sachsen-Anhalt betrifft, ein derartiges Cover entscheiden kann“, sagte Bartsch weiter. „Und ehrlich gesagt: Der gefährlichste Mann – das sind die Leute, die Autos in den CSD fahren lassen. Das sind gefährliche Menschen, weil sie Leben riskieren.“

Ungewollt macht der Spiegel Siegmund zu einem sehr sympathischen Mann

In der Titelgeschichte selbst wird allerdings nicht viel gegen Siegmund, der sich „in Sachsen-Anhalt an die Macht lächeln“ will, vorgebracht. Allenfalls anderen AfD-Mitgliedern wird ihre Vergangenheit vorgeworfen. Ansonsten macht die Story Siegmund eher sympathisch: „Siegmund sieht immer gut aus – und weiß das.“ „Charmant und einnehmend“ sei er gewesen, „ein Schulschwarm“, „sehr erfolgreich bei Frauen.“ „Bei der Linken sagt man hinter vorgehaltener Hand: So jemanden bräuchten wir auch. Man ist neidisch auf hochwertige Videos von Simson-Ausfahrten.“

Die Reaktionen reichen von Spott bis zum Dank

Die Reaktionen reichen von Hohn und Spott bis zum hämischen Dank dafür, der AfD mit dem Artikel Wahlhilfe zu leisten. Bei X etwa schreibt ein Nutzer, Sigmund sei nur „gefährlich für die selbstgefälligen, faulen, abgehobenen Politbonzen, die sich gerne ‚Parteien der Mitte‘ nennen, die das Land die letzten 20 Jahre nicht mal verwalten, sondern ruiniert haben“. Viele weitere äußern sich sehr ähnlich. Der Moderator und Podcaster Micky Beisenherz, ein ausgewiesener AfD-Gegner, konstatiert den Boomerang-Effekt und vergleicht das Cover mit einem Warnhinweis für Eltern, der die Zielgruppe genauso effektiv vom Produkt abhalte.

Andere Nutzer empören sich darüber, dass in einem Land, in dem islamistische Terroristen, Messerstecher, Vergewaltiger und Linksextremisten mit Anschlägen auf kritische Infrastruktur für Unsicherheit im öffentlichen Raum sorgen, ausgerechnet Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands“ erklärt und diffamiert werde. Der mögliche nächste Ministerpräsident selbst sagt: „Bessere Wahlwerbung kann man für uns gar nicht machen.“ Und meint ironisch: „Also ein Terrorist ist nicht gefährlich, ein Straftäter ist nicht gefährlich, irgendwelche Attentäter sind nicht gefährlich, aber jemand, der sein Land liebt, der für eine bessere Zukunft kämpft und der die Demokratie wirklich zum Leben erwecken möchte, der ist der Gefährlichste bei uns in Deutschland …“

Hätte der Spiegel doch lieber über Sven Hüber geschrieben. Den DDR Polit-Offizier, der seinen Untergebenen das gnadenllose Schießen auf „Republik-Flüchtlinge“ beibrachte. Es ist nach wie vor unklar, wie es dieser Mann zum stellvertretenden Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft brachte und man fragt sich, warum er nicht stattdessen vor ein Gericht gestellt wurde.

Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat Spanien
Ihr Rainer Andreas Seemann

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