Buchempfehlung: Rasende Zerstörung

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Liebe Leserinnen und Leser, ich gebe Ihnen heute eine Buchempfehlung: Rasende Zerstörung von den Herausgebern Klaus-Jürgen Bruder, Almuth Bruder-Bezzel, René Kirschey, Benjamin Lemke, Conny Stahmer-Weinandy.
Wirtschaftliche, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung
Mit Beiträgen von: Rudolph Bauer, Eva Borst, Almuth Bruder-Bezzel (†), Klaus-Jürgen Bruder (†), Günther Burbach, Wolfgang Bittner, Eugen Drewermann, Wolfgang Effenberger, Magda von Garrel, Annette Groth, Hannes Hofbauer, Wolfgang Krieger, Benjamin Lemke, Karin Leukefeld, Michael Schneider, Manfred Sohn, Conny Stahmer-Weinandy, Günter Rexilius, Werner Rügemer, Ursula Vogt und Norbert Wohlfahrt.
Bevor ich auf das oben genannte, besonders lesenswerte Buch eingehe, möchte ich zunächst auf ernüchternde, vielleicht für viele Menschen unvorstellbare Zahlen hinweisen.
Liebe Leserinnen und Leser, ich habe den folgenden Text von Amir Mortasawi, alias Afsane Bahar übernommen, der mir dafür seine Erlaubnis gab.
Unvorstellbare Zahlen für die Rüstung
Auf dem NATO-Gipfel Juni 2026 in Den Haag wurde vereinbart, die jährlichen Militärausgaben der Mitgliedsländer von 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zum Jahr 2035 auf 5 Prozent des BIP zu erhöhen: 3,5 Prozent des BIP sollen direkt in die militärische Verteidigung – Ausrüstung und Truppen – fließen; 1,5 Prozent des BIP sind für verteidigungsrelevante Infrastruktur vorgesehen, beispielsweise für den Ausbau von Bahnstrecken, panzertauglichen Brücken und Häfen sowie für Cybersicherheit.
Deutschland meldete für 2026 eine Rekordsumme von 124,7 Milliarden Euro, entsprechend 2,69 Prozent des BIP.
Die BIP-Angaben in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die gesamtwirtschaftlichen Projektionen des deutschen Bundesfinanzministeriums von 23.06.2027. Die Angaben bezüglich des Bundeshaushalts Deutschlands beruhen auf den aktuellen Informationen des Bundesfinanzministeriums.
| Jahr | BIP (Milliarden €) | Bundeshaushalt (Milliarden €) | 3% des BIP (Milliarden €) | 4% des BIP (Milliarden €) | 5% des BIP (Milliarden €) |
| 2027 | 4.769 | 555,4 | 143,1 | 190,8 | 238,5 |
| 2028 | 4.910 | 588,2 | 147,3 | 196,4 | 245,5 |
| 2029 | 5.056 | 597,8 | 151,8 | 202,4 | 253,0 |
| 2030 | 5.205 | 635,4 | 156,3 | 208,4 | 260,5 |
Und noch eine wichtige Vorbemerkung: Diese Buchvorstellung schreibe ich auch als ein Zeitzeugnis für meine Enkelkinder. Irgendwann werden sie fragen, wie sich die Menschen in den Jahren der von der deutschen Bundesregierung groß angekündigten „Kriegstüchtigkeit“ verhalten haben. Sie sollen wissen, dass es aufrichtige und engagierte Stimmen gegen den Kriegswahnsinn und für ein gedeihliches Leben gegeben hat.
Die neue Gesellschaft für Psychologie
Die Neue Gesellschaft für Psychologie e.V. (NGfP) wurde 1991 als Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern aus der Psychologie und ihren Nachbarprofessionen gegründet. Ihr Ziel ist die methoden- und gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit psychologischen Themen. Sie bemüht sich um eine fächerübergreifende Zusammenarbeit sowie um die Überwindung der Spaltung von Wissenschaft und Praxis. Sie setzt sich für eine gedeihliche Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens ein. Ihr diesjähriger Kongress fand Ende März in Berlin statt. Das Buch „Rasende Zerstörung. Wirtschaftliche, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung“ ist als Sammelband aus diesem Kongress hervorgegangen.
Die Beiträge des Sammelbandes setzen sich kritisch mit den tiefgreifenden Veränderungen auseinander, denen die gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen in Europa und weltweit derzeit unterliegen. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maße die laufenden Kriegsvorbereitungen den Alltag der Menschen prägen. Dabei nehmen die Autorinnen und Autoren unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche in den Blick.
Eine der zentralen Thesen des Buches
Eine zentrale These des Buches lautet, dass staatliches Handeln zunehmend den Bedürfnissen der Kriegswirtschaft untergeordnet werde und soziale Belange zugleich in den Hintergrund träten. In diesem Zusammenhang werde die Bevölkerung mental und sozial auf ein autoritäres System vorbereitet. Auch wenn der große Krieg in Mitteleuropa nicht eintreten sollte, bliebe nach Auffassung der Autorinnen und Autoren eine verarmte, verängstigte und autoritätsgläubige Gesellschaft zurück.
Das Buch versteht sich als Plädoyer dafür, Grundrechte und Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern sie immer wieder aufs Neue zu verteidigen. Wie die einzelnen Autorinnen und Autoren die gegenwärtigen Entwicklungen analysieren und welche Konsequenzen sie daraus ziehen, zeigen die folgenden Beiträge.
Um den Rahmen meines Blogs nicht zu sprengen, können Sie den Artikel als PDF weiterlesen und herunterladen.
Danksagung für die Buchempfehlung: Rasende Zerstörung
Ich möchte mich bei Herrn Mortasawi bedanken für seine wirklich wertvollen Tipps, seine messerscharfen Analysen und seinen unermüdlichen Kampf für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit. Auch die Lyrik ist ein großer Teil seiner Werke. Seine Bücher können alle kostenlos, als PDF bezogen werden. Die entsprechenden Links finden Sie hinter diesem Link.
Liebe Leserinnen und Leser, es liegt an uns allen, ob wir uns weiter von den Kriegstreibern mit Lügen und Angstmacherei treiben lassen oder unsere Macht als Wähler nutzen und die Politiker wählen, die diesem Wahnsinn ein Ende bereiten.
Ergänzend füge ich hier noch den Klappentext ein:
Im Zentrum des Bandes steht die Kritik an der „rasenden Zerstörung“ menschlicher Lebensbedingungen in Europa und weltweit. Zunehmend fallen diese den Kriegsvorbereitungen zum Opfer, die mittlerweile alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst haben. Das zeigt sich im Gesundheitswesen genauso wie in der Verkehrspolitik und im Schulwesen. Staatliche Belange werden den Bedürfnissen der Kriegswirtschaft untergeordnet. Rückblickend lassen sich die restriktiven Maßnahmen in Zeiten der Corona-Krise als eine Art Generalprobe interpretieren – für die Anpassung aller Lebensbereiche an autoritär verordnete Vorgaben und die Durchsetzung einer militärischen Logik. Infrastruktur wird auf Kriegstauglichkeit ausgerichtet.
Bildung, Medizin und Psychologie sollen sich auf die Vorbereitung und Unterstützung eines Ernstfalls einstellen. Die Bevölkerung stimmt man damit mental und sozial auf ein autoritäres System ein. Selbst wenn es zu keinem großen Krieg in Mitteleuropa kommt, bliebe eine verarmte, verängstigte und autoritätsgläubige Gesellschaft zurück. Dieses Buch ist ein Plädoyer dafür, Grundrechte und Demokratie nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie jeden Tag neu zu verteidigen.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann