Merz blamiert sich gründlich

Liebe Leserinnen und Leser, Bundeskanzler Merz blamiert sich gründlich. Ende September kommt SPD-Politikerin Manuela Schwesig ins Kanzleramt. Sie hat gerade eine 180-Grad-Wende im Wahlkampf geschafft. Alle gratulieren. Nur Kanzler Merz will abrechnen. Das lässt sich Schwesig nicht gefallen – und geht.
Das berichtet der „Spiegel“. Wir haben den Artikel im Focus gefunden. Der Vorfall ereignet sich demnach bei einem Treffen der Ministerpräsidenten in Berlin wenige Tage nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Amtskollegen beglückwünschen Schwesig. Der Kanzler nicht. Er will abrechnen, so schreibt es der „Spiegel“ unter Berufung auf Teilnehmer.
Sie haben Wahlkampf gegen mich gemacht!
Aus der Sicht von Kanzler Merz habe sich Schwesig zwar im Wahlkampf gegen die AfD behauptet („Die Frau gegen Blau“), aber eigentlich Wahlkampf gegen ihn gemacht. „Sie haben die demokratische Mitte zerstört“, soll als Zitat gefallen sein. Schwesig nennt das Auftreten des Kanzlers „unverschämt“, berichtet der „Spiegel“ weiter. Sie fordert ihn auf, einen Termin bei ihr zu machen, wenn er mit ihr reden wolle. Und dann dreht sie sich um und geht weg. Schwesig selbst bestätigt den Vorgang gegenüber dem „Spiegel“: „Das ist kein sachlicher Umgang miteinander. Das lasse ich mir nicht bieten, weder als Ministerpräsidentin noch als Frau.“ Merz‘ Pressesprecher gibt keinen Kommentar ab.
Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht
Rot Grün Rot wäre auch für Mecklenburg-Vorpommern eine katastrophale Wahl. Der Niedergang des armen Bundeslandes würde noch beschleunigt. Die wenigen großen Firmen könnten sich zurückziehen, wenn links/grüne Politik ihnen das Leben schwer macht und Meck-Pomm würde weiter verarmen. Mecklenburg-Vorpommern profitiert massiv vom Länderfinanzausgleich (offiziell Finanzkraftausgleich) und gehört seit der Wiedervereinigung dauerhaft zu den Empfängerländern.
Bei der Wahl in Meck-Pomm hat SPD-Ministerpräsidentin Schwesig ihre Partei mit einem stark personalisierten Wahlkampf aus einem Umfragetief herausgeholt. Am Ende stehen 35,5 Prozent zu Buche, eine Koalition aus SPD, Grünen und der Linken ist rechnerisch möglich. Die Sondierungsgespräche haben die drei Parteien am Donnerstagabend nach zwei Wochen abgeschlossen. Nun müssen sie entscheiden, ob sie in Koalitionsverhandlungen gehen wollen. Es wäre wohl der endgültige Absturz des Bundeslandes.
Mit lieben Grüßen aus meiner Wahlheimat SpanienIhr Rainer Andreas Seemann