Merz als „Lackaffe“ bezeichnet und schon kommt der Staatsanwalt!

Liebe Leserinnen und Leser,
dass Politiker austeilen, ist bekannt. Da ist ihnen jede noch so beleidigende Form recht. Nur einstecken können sie nicht. Da kommt dann auch bei den harmlosesten Ausdrücken gleich der Staatsanwalt.
Als Lackaffe wird umgangssprachlich und abwertend ein eitler, arroganter oder eingebildeter Mann bezeichnet. Der Begriff beschreibt meist eine Person, die viel Wert auf ein glattes, geschniegeltes Äußeres legt, sich auffällig elegant kleidet, dabei aber hochnäsig, affektiert oder oberflächlich auftritt. Für unseren Bundeskanzler ist das eine Beleidigung. Finden Sie auch, dass man dafür bereits mit einem Strafbefehl belegt werden muss?
Scheinbar ist die Staatsanwaltschaft in Heilbronn nicht ausgelastet
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als „Lackaffe“ zu bezeichnen, geht aus Sicht der Staatsanwaltschaft Heilbronn zu weit. Auf Antrag der Behörde hin erließ das Amtsgericht Heilbronn einen Strafbefehl wegen Beleidigung gegen Personen des politischen Lebens. Laut einer Sprecherin kam die Dezernentin nach Prüfung des Sachverhalts zu dem Schluss, „dass in diesem Fall kein sachlicher Zusammenhang mit dem politischen Wirken bestand, sondern die Ehrverletzung im Vordergrund stand “. Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig, es sei Einspruch eingelegt worden.

